Widerruf und Retouren

Retouren und Widerrufsrecht

Rücksendungen und Rückgaben von Waren gehören zum Warenhandel. Diese sogenannten Retouren sichern dem Kunden die Möglichkeit zu, bestellte Ware unkompliziert zurückgeben zu können.

Widerrufsrecht

Eine Möglichkeit des Widerrufsrechtes  - der Möglichkeit einen bereits geschlossenen Vertrag zu kündigen - ist die Rücksendung oder Rückgabe der Ware. Dies  bedarf gemäß § 355 keiner Begründung.

 

Retouren

Retouren sind Rücklieferungen an den Lieferanten weil der Kunde (Empfänger) seine  Bestellung stornieren oder reklamieren möchte. Eventuell liegt aber auch eine Falschlieferung oder Mengenabweichung zu seiner tatsächlichen Bestellmenge vor weshalb die Ware wird zurückgeschickt wird.

Da Retouren bei Online Händlern viel Arbeit und hohe Kosten verursachen, werden die retournierten Waren nicht aus dem Handel genommen sondern durchlaufen im günstigsten Fall eine Qualitätsprüfung und können danach wieder für andere Kundenaufträge verwendet werden.

 

Ausnahmen und Ausschluss von Widerruf bzw. Retouren

Bestimmte Waren können nicht retourniert werden. Ein Ausschluss vom Widerruf ist in folgenden Fällen gegeben:

  • Die gelieferte Ware war versiegelt und wurde geöffnet. Diese Ware kann aus hygienischen Gründen und Gründen des Gesundheitsschutzes nicht zurückgeschickt und retourniert werden.
  • Die gelieferte Ware hat ein Verfallsdatum welches schnell überschritten ist, oder die Ware ist schnell verderblich
  • Die Ware wurde auf Kundenwunsch nach seinen Bedürfnissen angefertigt und ist somit nicht wieder verkäuflich
  • Es wurden digitale Inhalte auf nicht materiellem Datenträger verschickt. Diese Ware ist nicht retournierbar.
  • Der Verbraucher hat einer Erklärung auf Verlust seines Widerrufrechts zugestimmt und somit zu Kenntnis genommen dass er sein Widerrufrecht verliert.

 

Rücksendekosten bei Widerruf der Warenbestellung

Nach der neuen EU-Verbraucherrechte-Richtlinie 2013 kann ein Unternehmen sich weigern eine kostenlose Rücklieferung der Ware – Retouren – anzunehmen, denn grundsätzlich hat der Käufer die Kosten für eine Rücksendung zu tragen. Der Händler muss jedoch auf diese sogenannte „Kostentragungspflicht "deutlich" hinweisen. Eine Vereinbarung, nach welcher ein Online-Händler die Kosten der Rücksendung übernimmt ist möglich wenn er kostenlose Retouren als Service anbietet.


Die Entscheidung der EU bedeutet nicht zwingend einen Nachteil für den Verbraucher.

 

Der Kundenservice hat im Online Handel hohe Priorität. Verzichtet ein Shop Betreiber auf die für den Verbraucher kostenlose Rücksendung könnte dies als Vorteil ausgenutzt werden. Kunden könnten sich die Ware bei einem Shop mit Retouremöglichkeit  anschauen und zurückschicken und die gleiche Ware bei einem Shop ohne Rücksendemöglichkeit aber mit daraus resultierend günstigeren Preisen bestellen.

Die Shop Betreiber sind also gezwungen eine Balance zwischen Vermeidung von hohen Rücksendekosten und günstigen, konkurrenzfähigen Preisen zu finden.

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