Feldpostbeamter

Feldpost in Deutschland

Feldpost ist Post, die ein Soldat im Einsatz erhält oder verschickt. Die Postversorgung im Einsatz befindlicher Einheiten wird durch speziell ausgebildete Soldaten, sogenannte Feldpostbeamte, durchgeführt.

Der Feldpostbeamte

Feldpostbeamter kann jeder werden, der von Beruf Postbeamter ist, Wehrdienst bei der Bundeswehr abgeleistet hat und aktiver Reservist ist. Diese Personen können als Feldpostbeamte ausgebildet und auf einen Auslandseinsatz in einem Logistikbataillon vorbereitet werden. Derzeit gibt es ca. 500 solcher Reservisten, die halbjährlich eingesetzt werden.

 

Warum versendet man Feldpost?

Wie kommunizieren Soldaten im Einsatz, wenn der Gebrauch von Mobiltelefon und Internet nicht erlaubt ist oder die entsprechenden Netze nicht funktionieren? Per Post! Dabei arbeiten Deutsche Post AG und Bundeswehr perfekt zusammen. Heutzutage werden im Durchschnitt. 1.100.000 Briefe und rund 270.000 Päckchen pro Jahr als Feldpost von Deutschland in Einsatzgebiete und zurück befördert. 98% dieser Post ist privat und meistens handgeschrieben. Um die Weihnachtszeit verdoppelt sich das Aufkommen der verschickten Sendungen erfahrungsgemäß sogar noch.

 

Die Feldpost ist für den Soldaten immer noch die wichtigste Verbindung zur Familie. Persönlich geschriebene Zeilen vom Partner werden zu Kostbarkeiten, die geschätzt und aufbewahrt werden.

 

Bedeutungsvoll ist Post für die Angehörigen, weil der Verfasser die Erfahrungen des Kriegsgeschehens unzensiert und authentisch mitteilen kann. So können subjektive Eindrücke über das Kriegsgeschehen weitergegeben werden, ohne die Gefahr der Zensur durch das jeweiligen Regime vor Ort. Denn die Post bleibt während des ganzen Beförderungsvorgangs dem deutschen Postgeheimnis verpflichtet.

 

Wie versendet man heutzutage Feldpost?

Die deutsche Post stellt Bankdienstleistungen der Deutschen Post AG, Personal und postspezifisches Material zur Beförderung der Feldpost zur Verfügung. Dabei arbeitet sie mit der Feldpostleitstelle in Darmstadt zusammen.

 

Jegliche Post (außer die für die Marine) wird vom Versender innerhalb Deutschlands nach Darmstadt gesendet. Hierbei fällt die Inlandsgebühr für Briefe und Päckchen oder Pakete an. Dann übergibt die Deutsche Post die Sendungen an die Bundeswehr, die dafür sorgt, dass die Sendungen unversehrt beim Empfänger ankommen. Das dauert zwischen drei bis zehn Tagen. Umgekehrt übergibt die Feldpostleistelle die Sendungen der Soldaten an die zivile Post weiter. Diese werden dann wie gewohnt innerhalb Deutschlands ausgeliefert.

 

Die Marine wickelt ihre Post über die sogenannten Flottillen oder die Postämter in den Häfen ab. Dort wird die Post gesammelt und dann an die einzelnen Einheiten im Operationsgebiet weitergeleitet.

 

Briefe oder Päckchen an die Soldaten (nicht Marine) müssen folgendermaßen gekennzeichnet werden:

 

   Dienstgrad

   Vor-und Nachnahme Empfänger

   Truppenteil oder Einheit      (zum Beispiel: 4.EinsKtgt Verskp)

   Länderküzel                       (zum Beispiel AFG)

   - Feldpost -

   64298 Darmstadt


Päckchen oder Pakete werden wie innerhalb Deutschlands frankiert und dürfen nicht mit einem Zollaufkleber beschriftet werden, denn das Paket bleibt ja – rein technisch gesehen – im Inland.

 

Jedes Päckchen oder Paket aus dem Ausland, welches größer als ein DIN A4 Umschlag ist, wird automatisch vom Zoll kontrolliert, um den Import verbotener Waren zu unterbinden. Das Paket oder Päckchen wird dabei aber nicht im üblichen Sinne verzollt sondern nur kontrolliert.

 

Feldpost damals

1716 wurde das erste preußische Feldpostamt gegründet. Ab 1778 wurde eine ausführliche Instruktion zur Feldpost erlassen.

 

Während des Ersten Weltkrieges wurden ca. 28,7 Milliarden Karten und Briefe durch die Feldpost verschickt. Dabei konnten die Soldaten ihre Feldpost portofrei verschicken. Bei dieser Feldpost dienten die Kriegsberichte der Soldaten zur Aufklärung der Bevölkerung bei, standen sie doch oft in krassem Gegensatz zu den Heeresberichten und der offiziellen Propaganda.

 

Angeprangert wurden während des Ersten Weltkriegs vor allem die ungleiche Behandlung der einfachen Soldaten und der Offiziere sowie der Wunsch nach einem schnellen Ende des Krieges. Für die Angehörigen, für die keine andere Verständigungsmöglichkeit bestand, war ein Brief von der Front immer ein Lebenszeichen und die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

 

Während des Zweiten Weltkrieges wurden ungefähr 30 bis 40 Milliarden Feldpostsendungen versendet. Auch hier wurden Briefe bei den Soldaten mit großer Freude erwartet, aber da Deutschland im Zweiten Weltkrieg unter einer schlechten Ernährungsversorgung litt, waren Meldungen aus der Heimat oft auch mit der Mitteilung über den Tod der Angehörigen verbunden.

 

Feldpost Briefsammlungen im Internet

 

Im Internet gibt es umfassende Feldpost-Briefsammlungen. Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation besitzt die umfassendste Feldpost-Briefsammlung Deutschlands. Es sind dort Briefe aus dem frühen 18. Jahrhundert sowie Briefe aus den Befreiungskriegen 1813/15 und 1870/71 vorhanden.

 

Die größte Feldpostbriefsammlung von ca. 90.000 Exemplaren stellt aber der Erste und Zweite Weltkrieg dar. Die Briefe aus dem Zweiten Weltkrieg sind durch einen digitalen Bestandskatalog erschlossen.

 

Weitere Links zu Feldpostbrief-Sammlungen sind:

Die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Deutsche Feldpost 1914–1918

Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Feldpost 1939-1945 e.V..

und weitere.

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